Studiengebühren

Hiho,

wollte mal fragen wie es bei denen aussieht, die von euch in den anderen Bundesländern studieren, was Studiengebühren angeht. In Hessen ist das ja grad das Thema…in manchen anderen Bundesländern gibts die schon. Ab Sommersemester 07 soll hier jeder Student zusätzlich zum Semesterbeitrag (hier im Moment grad ca 230 Euro, steigend jedes Semester) 500 Euro Studiengebühren bezahlen. Studierende im Zweitstudium und konsekutiver Masterstudiengang zahlen 1500 Euro/Semester, folgt nach dem Masterstudiengang noch ne Promotion sind weitere Beträge bis zu 1500 Euro möglich.
Ist übrigens gegen die Hessische Verfassung, aber sowas ist ja immer Auslegungssache.

Zusätzlich müssen Langzeitstudierende (darüber lässt sich streiten das stimmt) Gebühren von 500 bis 900 Euro zahlen. Somit kann ein Studium im schlimmsten Fall 2400 Euro pro Semester kosten.

Ganz toll wird es für Personen aus nicht-EU-Ländern, die ihre Hochschulberechtigung nicht in Deutschlang erworben haben. Die müssen direkt 1500 Euro pro Semester zahlen, und dürfen keine Studienkredite aufnehmen.
Naja. da kann ich ja froh sein dass ich in Deutschland mein Fachabi gemacht hab, und nen Studienkredit aufnehmen darf, den ich dann mit bis 7,5% zurückzahlen kann. Welch Glück :smiley: (ich glaub da ist es billiger sich für ein Auto zu verschulden als für Bildung)
Kann ja froh sein, dass es bei mir nimmer allzu lange dauert. Unter den Bedinungen würd ich auf jeden Fall nimmer anfangen, bzw ich könnts mir eh net leisten.
Ich geh auf jeden Fall friedlich protestieren. So :smiley: (/ironie an hoffentlich bekomm ich mal dumme Kinder die net studieren wollen /ironie aus)

Stehn die bei euch auch (schon) an?

Hier in Bayern, wer hätts gedacht kommen meines Wissens im WS 06/07 bereits die Studiengebühren. Meines Wissens sind für Langzeitstudenten ähnlich wie in Hessen höhere Gebüren fällig.
Ich selber bin froh, daß ich am Ende meiner Promotion bin, so daß ich nicht mehr von den Gebühren betroffen bin. Unsere momentanen Semesterbeiträge sind bei ca. 120€, weniger wie in bei dir nuudel aber dennoch genug. Einzig gute ich kann das von der Steuer absetzen. Prinzipiell finde ich die Studiengebühren nicht sonderlich toll, da unsere Zweiklassengesellschaft immer weiter auseinander driftet. :nono:

In NRW hat sich die Landesregierung schön aus der Schusslinie gebracht, indem sie es den Unis freigestellt haben, ob sie Gebühren (bis 500 Euro) nehmen oder nicht. Die Unis haben auch prompt (bis auf wenige Ausnahmen) direkt den Höchstsatz beschlossen. Soweit ich weiß, werden dei Gebühren ab SS eingeführt. Langzeitstudenten zahlen schon seit knapp 2 Jahren.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich unbeliebt mache, kann ich den Studiengebühren durchaus etwas positives abgewinnen. Zum Einen wird ein neues Verhältnis zwischen Student und Uni geschaffen. Der Student ist nicht mehr von der Gnade des Professors abhängig, sondern kann jetzt eine vernünftige Lehre - quasi als Kunde - einfordern. Dadurch wird zum einen die Position des Studenten gestärkt, aber auch der Wettbewerb zwischen den einzelnen Unis kommt endlich in Gang. Außerdem ist nicht einzusehen, dass der Kindergarten Gebühren kostet, das Studium aber gebührenfrei ablaufen soll.

Was allerdings verbesserungswürdig ist, sind die Finanzierungsmöglichkeiten für die Studenten. Da es (noch?) keine ausgereifte Stipendiatskultur in Deutschland gibt, sollten wenigstens zinsfreie oder -günstige Kredite bereitgestellt werden, die bei gutem Studienabschluss vielleicht sogar teilweise erlassen werden. Vielleicht werden auch verstärkt Stellen für Firmenstudenten geschaffen. Das steht allerdings in den Sternen.

In Rheinland-Pflalz gibt es (noch) ein gebührenfreies Erststudium. Das bedeutet, dass halb Hessen nach Mainz migriert und sämtliche Veranstaltungen und Studiengänge bis an (über?) die Grenze des Erträglichen überfüllt sind. Zum Glück bin ich derzeit eh nicht an der Uni. :smokingdevil:
Wir haben ein Studienkonto, auf dem 200SWS frei sind, jedes Semester kriegt man 10SWS pro Studiengang abgebucht. Das reicht normalerweise dicke, so dass nur „echte“ Langzeitstudenten zahlen müssen, ein Problem ist das aber für Leute, die ein Doppelstudium machen, die sind gehörig unter Zeitdruck, sonst müssen sie löhnen (auch wenn sie einen geringeren Stundensatz abgebucht kriegen).

Wer sein Studienkonto aufgebraucht hat, zahlt 650€ pro Semester.

Mit Studiengebühren generell hätte ich nicht unbedingt ein Problem | wenn ich wüsste, dass das Geld auch in meinen Fachbereich investiert werden würde und ich somit bessere Bedingungen zum Studieren habe (kein Schimmel mehr in den Räumen, Ausrüstung aus dem 21. Jahrhundert, mehr als 20 PC’s für 1000 Studenten, Fachliteratur nicht nur über Fernleihe erhältlich etc.). Ich hab aber Befürchtung, die Uni versucht damit aber nur ihre Haushaltslöcher zu stopfen, die von irgendwelchen Sesselfurzern verursacht wurden. Was die an Geld verballern ist nicht mehr schön!

Unbeliebt machen ist nicht, jedoch muß ich dir ein bisschen die Augen öffnen. Du bist anscheinend der Meinung, daß du deswegen eine vernünfitge Ausbildung erhalten mußt.

Das stimmt nicht. Ich weiß es aus einem konkreten Bsp. aus der Pharmazie-Fakultät. Da ist für die Praktikas immer eine bestimmt Anzahl an Plätzen vorgesehen. Die werde auch durch mehr Geld nicht erhöht werden können, da einfach kein Platz da ist. Jedoch sind so viele Studenten, das nicht alle in das Praktikum reinkönnen. Folge es wird gesiebt. Dafür darf ich dann auch noch 500€ für das Semester bezahlen. Mahlzeit.
Wettbewerb zwischen den Unis ist gut. Jedoch wird das eher durch die bessere Forschung/Professoren/Arbeitskreise erreicht. Natürlich braucht man dafür auch Geld, was aber eher aus irgendwelchen Drittmitteln kommen wird (Deutsche Forschungsgemeinschaft, etc.).
Und nun noch zum Kindergarten. Den Kindergarten wollen sie ja jetzt auch kostenlos machen, also zieht dieses Argument, daß auch viele Politiker immer wieder verwenden, nicht mehr. :madgo:

136 ois in dresden zur zeit. da gehts erstma noch bei uns :wink:

also grundsätzlich muss ich sagen, dass studiengebühren in ordnung sind (und das als student), der staat kann auch nicht zaubern und sich das geld für die bildung von den bäumen pflücken. es gibt einfach viel zu viele schmarotzer aus meiner sicht, die im 9 semester daran denken ihr grundstudium fertig zu machen, ist traurig, aber realität. bildung wird bei uns nicht mehr als privileg angesehen, sie ist halt da und selbstverständlich. die studenten feiern zu viel und machen zu wenig, ich bin dafür das beste beispiel, auch wenn ich nicht vorhabe langzeitstudent zu werden, so könnte und müsste ich eigentlich mehr machen. durch diesen druck passiert wenigstens was.

großes manko an der sache ist, dass das system nicht ausgereift ist, es trifft teilweise die falschen und halt auch manchmal in größenordnungen, die nicht mehr feierlich sind. es ist natürlich scheisse, das leute, die promovieren, dafür bestraft werde, aber ich denke dass sich dieses system erst erproben muss, dass problem ist natürlich, dass die die in der probezeit studieren, die versuchsopfer sind. deswegen muss mann gerade halt an alle leute die im studentenparlament sitzen oder so, nicht direkt dagegen kämpfen, sondern die schwachtellen aufzeigen und mitarbeiten, dass es auch die richtigen trifft (wobei die „richtigen“ genau das problem ist, womit auch die entwickler dieses systems zu kämpfen haben)

soweit meine meinung dazu

hier in nds treten die studiengebühren ab dem ss 2007 in kraft (glaube ss). für langzeitstudenten gibt es ebenfalls langzeitstudiengebühren (gab es schon länger). die betragen gestaffelt 300, 500, 800€. die " normalen studiengebühren liegen bei 500 € pro semester.
eigentlich finde ich das auch ok, wenn die möglichkeit besteht, dass sozial schwächer gestellte ein stipendium bzw eine befreiung bekommen.
überhaupt müßte das ganze system nochmal umgestellt werden.
frei von gebühren sollten die leute sein, die eine wirklich gute leistung erbringen.